Impfung – Pflicht und Selbstschutz
Die gesetzliche Impfpflicht gilt für alle Hühner- und Putenbestände, unabhängig von Größe oder Nutzungsart. Das gilt nicht nur für Rassegeflügelzüchter, sondern auch für jeden Halter.
Für uns Rassegeflügelzüchter ist sie besonders wichtig, weil unsere Tiere regelmäßig gezeigt oder ausgetauscht werden und somit immer wieder bewegt werden.
Vorteile der Impfung:
– Schutz der Tiere vor klinischen Erkrankungen,
– Reduzierung der Virusvermehrung
– Erhalt wertvoller Blutlinien
– Schutz der regionalen Zuchtlinien
Maßnahme
Empfehlung
Lebendimpfung
Alle 6 Wochen über Trinkwasser oder Nadelimpfung als Ganzjahresimpfung
Inaktivimpfstoff
Ergänzend zur Stabilisierung in Legebeständen
Dokumentation
Jede Impfung schriftlich festhalten
Lagerung
Impfstoff kühl, trocken und lichtgeschützt aufbewahren
Hinweis: Korrekte Lagerung, Dosierung und Aufnahme über das Trinkwasser sind entscheidend für den Impferfolg. Unregelmäßige oder unvollständige Impfungen bieten keinen Schutz.
Rolle der Rassegeflügelzüchter
Unsere Tiere werden bewegt – durch Austausch, Verkauf und Ausstellungen. Das macht uns zu einem Risikofaktor, aber auch zu Multiplikatoren der Prävention. Ein unzureichend geimpfter Bestand gefährdet nicht nur den eigenen Zuchtfortschritt, sondern auch andere Züchter in der Umgebung. Deshalb ist gemeinsames, diszipliniertes Handeln unerlässlich.
Vereine als Schutzschild
Rassegeflügelzuchtvereine verfügen über die Strukturen, um
– Seuchenprävention effektiv umzusetzen:
– Sammelimpfungen koordinieren
– Ansprechpartner für Impfberatung sein
– Erfahrungsaustausch ermöglichen
– Impfprotokolle bereitstellen
– Biosicherheitsmaßnahmen vermitteln
Praxis-Box: Vereinsaktivitäten für den Seuchenschutz
1. Sammelimpftermine: Regelmäßig und transparent
2. Impfberatung: Offene Kommunikation für alle Mitglieder
3. Begleitung neuer Mitglieder: Impflücken vermeiden
4. Dokumentationshilfen: Protokolle für Übersicht und Nachweis
5. Biosicherheit: Quarantäne, Hygienemaßnahmen, Besucherregeln
Hobbyhalter einbinden
Es ist essenziell, dass Vereine Hobbyhalter nicht ausschließen, sondern aktiv einbinden. Viele Neueinsteiger kennen Impfintervalle, Durchführung und rechtliche Vorgaben nicht. Durch Integration, fachliche Begleitung und Teilnahme an Sammelimpfungen kann jedes Mitglied zur Sicherheit aller Bestände beitragen. Ein offener Verein schützt nicht nur die Tiere, sondern auch die Zuchtgemeinschaft und die regionale Tiergesundheit.
Solidarität statt Abgrenzung
Tierseuchenschutz kennt keine Hierarchie: Jeder Bestand zählt. Offene Türen für alle verantwortungsbewussten Halter fördern Wissenstransfer, Nachwuchs und regionale Sicherheit. Zusammenhalt, Fachwissen und konsequentes Handeln sind die Säulen, auf denen unsere Zucht und unsere Leidenschaft sicher stehen.
Fazit – Verantwortung von Züchter zu Züchter
Die Newcastle-Krankheit ist zurück und bedroht unsere Bestände. Konsequente Impfung, strikte Biosicherheit und gemeinsames Handeln sind die Basis für nachhaltigen Schutz. Rassegeflügelzüchter haben eine Vorbildfunktion: Wir schützen nicht nur unsere Tiere, sondern auch die gesamte Züchtergemeinschaft. Impfen ist Fürsorge, Offenheit gegenüber Hobbyhaltern Schutz, und Zusammenhalt ist Prävention.
Von Züchter zu Züchter: Nur gemeinsam können wir unsere Zuchtlinien, unsere Tiere und unsere Tradition sichern.
Denkt daran: Je höher die Impfdichte ist, des so sicherer sind unsere Bestände. Sprecht insbesondere die Halter an, die nicht organisiert sind und ihre Tiere möglicherweise noch nicht impfen!



